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Das Belichtungsdreieck: die Blende

Belichtung, Grundlagen

Die gesamte Belichtung eines Bildes wird durch die gesammten Einstellungen der Blende, Verschlusszeit und ISO bestimmt. Der Zusammenhang zwischen diese drei Einstellungen wird das Belichtungsdreieck genannt. In diesem Artikel wird die Blende besprochen.

blende
Blenden bei Blendenzahlen 2, 4 und 11. Je kleiner die Blende, desto grösser die Blendenzahl.

Blende, Blendenzahl und Öffnungsverhältnis

Die Blende ist die Grösse der lichtdurchlassenden Öffnung eines Objektives. Sie bestimmt die Lichtmenge pro Zeiteinheit, die durch das Objektiv auf den Sensor oder die Film fällt. Eine offenere, grössere Blende bedeutet mehr Licht pro Zeiteinheit als eine kleinere Blende. Die Blende wird gesteuert durch das öffnen und schliessen von dichten schwarzen Lamellen vor der Linse.

Die Blendenzahl F ist das Verhältnis zwischen der Brennweite f und der Blendendurchmesser d. Eine Blendenzahl 2 bedeutet dass der Durchmesser der lichtdurchlassende Öffnung die Hälfte der Brennweite des Objektives ist. Für eine 50mm Linse wird es 25mm. Eine Blendenzahl 16 bedeutet dass der Durchmesser der Lichtdurchlassende Öffnung nur eine Fraction 1:16=0.066 der Brennweite des Objektives ist. Für eine 50mm Linse ist das also nur 3,5 mm. Je höher die Blendenzahl, desto kleiner die Blende ist. Für eine ausreichende Menge Licht auf dem Sensor muss man also länger belichten.

Das Öffnungsverhältnis ist der Kehrwert der Blendenzahl und bezeichnet wie gross die Blende relativ zur Brennweite ist.

Die Begriffe Blende, Blendenzahl und Öffnungsverhältnis werden oft von einander verwendet. Sie bezeichnen aber allen derselben Begriff, nämlich die Grösse der Lichtöffnung, und ob es viel oder wenig Licht pro Zeiteinheit auf den Sensor oder Film fällt. Sie funktionieren aber entgegengesetzt. Eine grosse Blende bedeutet eine niedrige Blendenzahl und kleinere Blenden bedeuten höhere Blendenzahlen.

Zusammenfassend verhalten die 3 Grössen sich wie folgt zur Brennweite f = 50mm bei Blendenzahl F=5.6 :

Blendenzahl Ff/d5.65.6
Blendendurchmesser df/F50/5.68.9 mm
Öffnungsverhältnis 1:Fd/f1:5.60.18

Blendenreihe und Blendenstufen

Die Blendenzahl kannst du für jede Aufnahme an der Kamera einstellen, und hat typische Werte aus der Blendenreihe 1.4 – 2 – 2.8 – 4 – 5.6 – 8 – 11 – 16 – 22 (auch angedeutet mit f/ oder 1: dazu). Jeder Schritt zwischen zwei aufeinander folgenden Blendenzahlen in dieser Reihe heisst eine Blendenstufe („stop“ auf Englisch). Beim Abblenden wird die Blendenzahl bei jeder Stufe mit einem Faktor 1.4 erhöht, und umgekehrt wird es durch das aufblenden einen Faktor 1.4 kleiner. Der Faktor 1.4 sollte eigentlich √2 ≈1,414.. sein, wodurch z.B. 11 und 22 eigentlich 11.3 en 22.6 sein sollten. Aus praktischen Gründen werden die oben stehenden Werte verwendet. Die Lichtmenge nimmt quadratisch mit dem Blendendurchmesser zu, und wird deswegen bei jeder Stufe in dieser Blendenreihe mit einem Faktor 2 zu- oder abnehmen.

Bei viele Kameras ist die Blende mit Halbschritten oder sogar Drittelschritten der Blendenstufen feiner zu justieren.

Lichtstärke des Objektives

Die Lichtstärke eines Objektives ist das grösstmögliche Öffnungsverhältnis des Objektivs und wird angegeben mit 1:Fmin oder mit Blende f/Fmin, wobei Fmin die kleinste Blendenzahl für das Objektiv ist. Ein lichtstärkes Objektiv beginnt die Blendenreihe bei einer niedrigen Blendenzahl, z.B. 1.4 und hat Lichtstärke 1:1.4. Für ein Zoomobjektiv kann der Fmin-Wert Brennweiten abhängig sein, in diesem Fall wird die Lichtstärke angedeutet wie z.B. 1:4-5.6.

Blende und Schärfentiefe

Die Blende definiert auch die Schärfentiefe. Je offener die Blende (oder je kleiner die Blendenzahl), desto geringer der Bereich welcher scharf im Foto abgebildet wird. Und umgekehrt je dichter die Blende (je grösser die Blendenzahl), desto grösser die Schärfentiefe.

Wenn du ein Landschaft fotografieren willst, wobei alles ins Bild scharf sein soll, wäre es sinnvoll eine kleine Blende zu wählen, wie z.B. Blendenzahl 11 oder 16. Für ein Porträt, wobei die Hintergrund unscharf sein soll, wäre es sinnvoll eine offene Blende, kleine Blendenzahl zu wählen, z.B. Blendenzahl 2.8. Diese Blendenzähle sind nur indikativ und hängen wiederum von verschiedenen Faktoren, wie z.B. der Brennweite, ab.

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